Kostenfalle Krankentransport

Ganz so einfach, wie man denkt, ist das mit dem Krankentransport nicht immer. Wer meint, er sei versichert und habe von seinem Arzt die Verordnung einer Krankenbeförderung erhalten und könne nun munter mit dem Krankentransport fahren und die Krankenkasse bezahlt, der liegt damit nicht immer richtig.

Tatsächlich gibt es einiges zu beachten, damit die Fahr mit dem Krankenwagen nicht zu einem teuren Vergnügen wird oder, was manchmal noch schlimmer ist, die Fahrt gar nicht stattfindet und somit möglicherweise ein wichtiger Arzttermin nicht eingehalten werden kann.

Die AOK informiert auf ihrer Internetpräsenz darüber, welche Fahrtkosten sie generell übernimmt und welche nur in Ausnahmefällen. So werden Fahrkosten zu einer stationären Behandlung im Krankenhaus generell übernommen. Müssen Sie allerdings zu einer stationären Behandlung, werden die Fahrtkosten nur in Ausnahmefällen erstattet.

„In medizinisch begründeten Fällen“, heißt es, übernehme die AOK die Fahrkosten unter anderem für Rettungsfahrten zum Krankenhaus und bei Behandlungen, die stationär im Krankenhaus erfolgen. Auch für den Fall, dass während der Fahrt eine medizinische Betreuung oder die besonderen Einrichtungen eines Krankenwagens erforderlich sind werden die Kosten übernommen. Unter gewissen Voraussetzungen (welche das sind, wird nicht erwähnt), werden auch die Fahrtkosten zu Vor- und Nachuntersuchungen, die im Rahmen einer stationären Krankenhausbehandlung erforderlich sind übernommen. Gleiches gilt bei ambulanten Operationen im Krankenhaus, wenn dadurch eine voll- oder teilstationäre Behandlung vermieden oder verkürzt wird.

Wer nicht von der allgemeinen Zuzahlung befreit ist, muss auch noch einen Teil der Kosten selbst bezahlen. Zuzuzahlen sind 10% des jeweiligen Fahrpreises, jedoch mindestens fünf und maximal zehn Euro.

Und jetzt kommt ein sehr wichtiger Teil, der in der Praxis immer wieder zuProblemen führt. Für die Kostenübernahme medizinisch notwendiger Fahrten ist eine ärztliche Verordnung der Krankenbeförderung notwendig. Und wer jetzt auch noch zur ambulanten Behandlung bei seinem Arzt auf Taxi, Mietwagen oder sogar Krankenwagen angewiesen ist, der muss sich die Kostenübernahme auch noch vor Fahrtantritt von seiner Krankenkasse genehmigen lassen.

Und hier lauert der Teufel im Detail

Trotzt Krankheit und eigentlich ganz anderer Probleme, haben sie sich vor ihrem geplanten Arztbesuch von ihrem behandelnden Arzt eine Verordnung zur Krankenbeförderung ausstellen lassen. Ihr Arzt hält es für angemessen, dass Sie mit einem Krankentransportwagen zu ihm gebracht werden. Entsprechend sieht auch seine Verordnung aus. Als Beförderungsmittel hat er KTW angekreuzt. Sie wissen, dass Sie die Kostenübernahme Ihrer Krankenkasse benötigen, damit das Krankentransportunternehmen, das Sie später mit dem Transport beauftragen, die Kosten für die Fahrt auch mit Ihrer Krankenkasse abrechnen kann. Also legen Sie die Verordnung Ihrer Kasse mit der Bitte um Kostenübernahme vor. Die Kostenübernahme kann entweder auf der Rückseite der Verordnung erfolgen oder per extra Schreiben. Oft klappt das auch relativ schnell. Auch in Ihrem Fall ist vielleicht alles glatt gelaufen und Sie haben einen entsprechenden Brief oder einen Stempel auf der Rückseite Ihrer Verordnung erhalten. Nun bestellen Sie zum fraglichen Termin einen Krankentransport und lehnen sich zurück, weil Sie alles richtig gemacht haben.

Das wäre aber zu einfach.

Zum vereinbarten Termin erscheint auch tatsächlich der bestellte Krankentransport und fragt nach der Verordnung der Krankenbeförderung und der dazugehörigen Kostenübernahme. Sie legen beides vor und machen sich schon fertig, Ihre Reise anzutreten. Doch was ist nun? Die Mitarbeiter des Krankentransportes machen Sie darauf aufmerksam, dass Sie keine Kostenübernahme für das bestellte Transportmittel vorzuliegen haben. Sie müssen entweder die Kosten für die Fahrt selbst tragen oder man würde unverrichteter Dinge wieder abfahren müssen. Mit ein wenig Pech bekommen Sie auch noch eine Rechnung für eine vergebliche Anfahrt. Darüber hinaus müssten Sie auch noch einen neuen Termin bei Ihrem Arzt vereinbaren, benötigten eine neue Verordnung für die neue Fahrt und natürlich auch eine neue Kostenübernahme Ihrer Krankenkasse.

Aber was ist geschehen?

Was oft nicht gleich bemerkt wird, ist der Umtand, dass der Sachbearbeiter Ihrer Krankenkasse zwar die Fahrt zu Ihrer ambulanten Behandlung genehmigt hat, aber mal eben aus dem verordneten Transportmittel KTW, also dem Krankentransportwagen, einen TSW, einen Tragestuhlwagen, gemacht hat. Das ist für ein Krankentransportunternehmen mitunter ein echtes Problem, weil sie diese Fahrt, wenn es sie dann durchführte, gar nicht, auch nicht teilweise, abrechnen könnten.

In der Praxis passiert das immer wieder und für alle Beteiligten ist das sehr ärgerlich. Manchmal sitzt der Fahrgast bereits im Auto und muss wieder zurückgebracht werden, weil das Personal darauf vertraut hat, dass alles vorliegt und dann im Auto wurde festgestellt, dass es doch nicht so ist.

Um sich und allen anderen Beteiligten diese Unannehmlichkeiten zu ersparen, sollten Sie sich den Text ihrer Kostenübernahme etwas genauer anschauen. Werden die Kosten auch tatsächlich für das verordnete Transportmittel genehmigt? Wenn Sie sich damit nicht auskennen, und das wird oft der Fall sein, lesen Sie die entsprechende Stelle Ihrer Kostenübernahme bei Auftragserteilung einfach vor oder, wenn Sie die Möglichkeit haben, senden Sie die Kostenübernahme gleich per FAX an das Unternehmen, dann können die die Richtigkeit der Unterlagen selbst überprüfen.

Auch wenn im obigen Beispiel lediglich die AOK als Krankenkasse erwähnt wurde, ist das beschriebene Vorgehen auch bei anderen gesetzlichen Krankenkassen vergleichbar.

Beitragsbild: (c) W. Broemme / pixelio.de

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