SonderFahrDienst sichert Mobilität Behinderter

Menschen mit erheblicher Einschränkung ihrer Mobilität, die körperlich nicht in der Lage sind, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, können in Berlin den SonderFahrDienst (SFD) für Menschen mit Behinderung nutzen, nachdem sie einen entsprechenden Antrag beim Landesamt für Gesundheit und Soziales gestellt haben und dieser bewilligt wurde.

Mit der Durchführung und Koordination des Fahrdienstes hat der Berliner Senat die „SFD-Berlin“ unter dem Betreiber Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Taxibesitzer eG (WBT) beauftragt.

Um den SonderFahrDienst nutzen zu können, wird eine personenbezogene Magnetkarte benötigt, die beim

Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo)
-III E 2-
Postfach 310929
10639 Berlin

beantragt werden muss.

Als Voraussetzung für die Nutzung ist ein Schwerbehindertenausweis mit dem Merkmal „T“. Dieses Merkmal erhalten Personen bei denen alle der drei folgenden Merkmale erfüllt sind: Außergewöhnliche Gehbehinderung (Merkzeichen aG), mobilitätsbedingte Behinderung von mindestens 80 Prozent und nachgewiesene Fähigkeitsstörungen beim Treppensteigen.

Eine, für die Dauer des ersten Feststellungsverfahrens über die Zuerkennung des Merkmals „T“ befristete, Berechtigunng erhalten Personen, bei denen zum Beispiel die Krankenkasse die Kosten für einen Rollator oder Rollstuhl übernommen haben, der von einem Arzt verordnet wurde.

Wurde der Antrag bewilligt, erhält man eine Magnetkarte mit Angaben zur Person, mit der Fahrtbeginn und -ende registriert werden und deshalb zu jeder Fahrt mitgeführt werden muss.

 

Nicht ganz kostenlos

Für die Nutzung des SonderFahrDienstes ist eine Eigenbeteiligung zu entrichten. Je Nach Häufigkeit der Nutzung oder finanziellen Möglichkeiten sind folgende Anteile (Stand 2015) vorgesehen:

Fahrt/Monat Eigenanteil je Fahrt ermäßigt
01. – 08. 2,05 € 1,53 €
09. – 16. 5,00 € 3,50 €
ab der 17. 10,00 € 7,00 €
Fahrten pro Monat und Zuzahlungen pro Fahrt (Stand:12/2014)

Den ermäßigten Preis zahlen Sozialhilfeempfänger sowie Empfänger von Grundsicherung oder ALG II. Heimbewohner, die ein „Taschengeld“ vom Sozialhilfeträger erhalten, sind von der Zuzahlung gänzlich befreit.

Wer den SonderFahrDienst zum Beispiel 8 mal in einem Monat benutzt, zahlt einen Eigenanteil von 16,40 Euro (8*2,05 €) bzw. ermäßigt 12,24 Euro (8 * 1,53). Für die neunte bis 16. Fahrt werden dann pro Fahrt noch mal 5,00 oder ermäßigt 3,50 Euro fällig. Möchte man mehr als eine Begleitperson mitnehmen, wird jede weitere mit 2,00 Euro pro Fahrt berechnet. Geht eine Fahrt bis max. fünf Kilometer über die Landesgrenze (Stadtgrenze Berlin) hinaus, werden pro Person nochmals 3,00 Euro fällig.

Der in einem Monat anfallende Gesamtbetrag wird vom Landesamt für Gesundheit und Soziales monatlich mit dem Berechtigten abgerechnet.

Mit Taxi geht auch

Auch „normale“ Taxen können von SonderFahrDienst-Berechtigten genutzt werden. Dabei müssen die jeweiligen Fahrpreise direkt und in voller Höhe beim Fahrer bezahlt werden. Die Quittungen können dann monatlich eingereicht werden. Hierbei wird allerdings ein Eigenanteil von monatlich 40,00 bzw. ermäßigt 20,00 Euro berechnet. Der maximale Zuschuss beträgt hier 110,00 Euro pro Monat.

SonderFahrDienst ist kein Krankentransport

Zwar gehören zum SonderFahrDienst für Menschen mit Behinderung auch sogenannte Assistenzleistungen, wie eine eventuell notwendige Treppenhilfe, dennoch kann dieser Dienst nicht für Fahrten zum Arzt, Therapeuten oder ins Krankenhaus genutzt werden. Das Angebot richtet sich zwar ausschließlich an Menschen, die körperlich nicht in der Lage sind, die öffentlichen Nahverkehrsmittel zu nutzen, ist aber ausschließlich für deren private Fahrten im Rahmen von Freizeit und Erholung bestimmt.

Wer einen Arzt aufsuchen oder ins Krankenhaus muss, muss dafür weiterhin einen entsprechenden Behindertenfahrdienst oder Krankentransport beauftragen.

Weitere Informationen rund um den SonderFahrDienst in Berlin finden sich auf den Internetseiten des Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin unter SonderFahrdienst SFD und der offiziellen Homepage des SonderFahrDienst für Menschen mit Behinderung.

 

Quelle des Bildes: geralt

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